#414: Das schützenswertere Gut und die Interne Revision

#414: Das schützenswertere Gut und die Interne Revision

#414: Das schützenswertere Gut und die Interne Revision

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„Alle haben es gewusst.“ „Man hat nur nicht hinschauen wollen.“
„Sehr häufig bestimmte die Sorge um den Ruf […] das Handeln […]“
„Der Ruf […] – er ist offenbar häufig das schützenswertere Gut.“

Ja, es geht um einen Skandal – nicht aber um die MaRisk oder sonstige Regulatorik.

Es geht um sexuelle Übergriffe von Lehrern auf Schülerinnen an einem Erfurter Gymnasium.

In diesem Podcast schildere ich einen Fall einer jungen Frau von der Deutschen Bank, der ähnliches widerfahren war.

Die Betroffene selbst hatte in einem Vortrag über ihren Fall der sexualisierten Gewalt ihr gegenüber berichtet. Sie ging gegen die Deutsche Bank vor Gericht. Ich bezweifle, dass viele Frauen so mutig sind.

Diese junge Frau hatte Glück, weil sich aufgrund der Presseberichterstattung die Ehefrau eines Top-Managers aktiv eingeschaltet hat.

Dieses aktive „wegschauen“, weil man um den Ruf besorgt ist, kann es nicht sein.

Zwar ist auf den ersten Blick die Organisation nicht direkt von sexuellen Übergriffen betroffen, aber indirekt ist die Organisation betroffen. Denn die aus diesem Verhalten entstehende Unternehmenskultur wird dies zeigen. Auch wenn eine Kultur nicht wirklich greifbar ist,
entfaltet sie eine große Wirkung in das Unternehmen hinein und darüber hinaus.

So gesehen halte ich es für sehr naiv, eine Kultur, die sexuelle Übergriffe zulässt, zu akzeptieren. Denn diese schadet einer Organisation – und ganz besonders ihrem Ruf.

Im Vergleich zu Geld sollte die Menschenwürde immer das schützenswertere Gut sein.

Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Wenn das Bundesverfassungsgericht vom Nutzen einer „gegenseitigen Kontrolle“ spricht und das Ende der „Intendanten-Herrlichkeit“ einläutet, dann sollten wir aufhorchen.

Das Bundesverfassungsgericht formuliert:
„Eine […] Kontrolle ist tauglicher Aspekt der Gestaltung der Binnenorganisation der Geschäftsleitung einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und fördert die Funktionsfähigkeit der Wahrnehmung der Aufgaben der Geschäftsleitungsfunktion.“

Heißt auf Deutsch: Die Begrenzung der Macht gewährleistet, dass die Geschäftsleitung ihre Aufgaben besser wahrnimmt.
Oder umgekehrt ausgedrückt: Zu viel Macht beeinträchtigt die Geschäftsleitung darin, ihre Aufgaben optimal wahrzunehmen.

Das schützenswertere Gut

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#410: Torben Hilbertz im Interview über die Interne Revision

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In dieser Folge spreche ich mit Torben Hilbertz über eine Rolle, die oft erst dann im Rampenlicht steht, wenn es brennt: Der Vorsitz des Prüfungsausschusses (Audit Committee Chair).

Torben Hilbertz räumt mit dem Vorurteil auf, dass es in dieser Position nur um das Abnicken von Berichten und das Lesen von Zahlen geht. Er teilt seine „fünf Realitäten“, die darüber entscheiden, ob ein Vorsitzender lediglich verwaltet oder das Unternehmen wirklich krisenfest macht.

Die Kernthemen der Folge:
Die unangenehme Wahrheit: Warum man als Audit Committee Chair nicht für Erfolge belohnt, aber für Fehler voll haftbar gemacht wird.

Jenseits der „grünen“ Dashboards: Warum KPIs oft zu spät reagieren und warum Verhaltenssignale (Behavioral Signals) die wahren Frühwarnindikatoren sind.

Internal Audit als Sparringspartner: Wie man durch die richtigen Fragen „Flughöhe“ schafft und der internen Revision die Erlaubnis gibt, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Das Risiko „Unternehmenskultur“: Warum Kultur das am schwersten zu überwachende Risiko ist und wie man sie zwischen den Zeilen liest, bevor es knallt.

Management-Assurance vs. echte Governance: Warum bloßes Vertrauen in das Management keine Kontrolle ersetzt und warum Klarheit wichtiger ist als ein gutes Gefühl.

Die Superkraft „Unabhängigkeit“: Die Disziplin, in Krisen ruhig zu bleiben und die Fragen zu stellen, die sonst niemand im Raum stellen will.

Drei Kern-Erkenntnisse aus dem Gespräch:
Verhalten vor Zahlen: Governance beginnt beim Menschen, nicht beim Excel-Sheet.

Mut zur Lücke: Ein starker Vorsitzender navigiert aktiv durch „Blind Spots“, statt sich auf formale Agenden zu verlassen.

Führung unter Druck: „Tone at the Top“ ist kein Slogan, sondern zeigt sich erst, wenn es schwierig wird.

„Ein Prüfungsausschussvorsitzender wird nicht für das belohnt, was richtig läuft, sondern für das verantwortlich gemacht, was schiefgeht.“

Über Torben Hilbertz:
Torben Hilbertz ist Experte für Corporate Governance und Board-Effektivität. Seine Erkenntnisse stammen nicht aus der Theorie, sondern aus realen Krisen und Gesprächen in den Boardrooms verschiedenster Industrien weltweit.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Wenn das Bundesverfassungsgericht vom Nutzen einer „gegenseitigen Kontrolle“ spricht und das Ende der „Intendanten-Herrlichkeit“ einläutet, dann sollten wir aufhorchen.

Das Bundesverfassungsgericht formuliert:
„Eine […] Kontrolle ist tauglicher Aspekt der Gestaltung der Binnenorganisation der Geschäftsleitung einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und fördert die Funktionsfähigkeit der Wahrnehmung der Aufgaben der Geschäftsleitungsfunktion.“

Heißt auf Deutsch: Die Begrenzung der Macht gewährleistet, dass die Geschäftsleitung ihre Aufgaben besser wahrnimmt.
Oder umgekehrt ausgedrückt: Zu viel Macht beeinträchtigt die Geschäftsleitung darin, ihre Aufgaben optimal wahrzunehmen.

Torben Hilbertz im Interview

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#400: Die Interne Revision als moderner Hofnarr

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Nach Jahrzehnten in der Internen Revision habe ich die perfekte Metapher für unseren Beruf gefunden: „Ich arbeite als Hofnarr!“. Aber Vorsicht, hier geht es nicht um den Spaßmacher, Clown oder die Witzfigur. Der moderne Hofnarr der Internen Revision erfüllt eine ernste und extrem wichtige Aufgabe!

In dieser besonderen Jubiläumsfolge #400 erfährst du, warum die Interne Revision kein gewöhnlicher Berater ist und welche Rolle sie heute wirklich im Unternehmen spielt.

👑 Die Rolle des modernen Hofnarren
– Warum die Bezeichnung „Berater“ für die Interne Revision zu undifferenziert ist und warum der Hofnarr der treffendere Begriff ist.
– Die Hofnarren der Revision liefern dem „Herrscher“ (dem Management) ein langfristiges Dienstleistungs- und Beziehungsangebot.
– Die zentrale Aufgabe: Dem Herrscher sagen, was im Reich WIRKLICH los ist und auf unerwünschte Entwicklungen hinweisen.

🎯 Unsere Dienstleistungen: Quer-, Frei- und Anders-Denken
– Die Revision als Quer-, Frei- und Anders-Denker, der dem Herrscher dauerhaft zur Verfügung steht und uneingeschränkt über Beobachtungen berichtet.
– Sie sprechen aus, was alle wissen, aber niemand zu sagen wagt – auch und gerade, wenn es den Herrscher selbst betrifft.
– Wie Hofnarren durch Perspektivwechsel und Selbstreflexion objektivierend wirken.

🧱 Voraussetzungen für eine wirksame Revision
Um die volle Wirkkraft zu entfalten, braucht es interne und externe Voraussetzungen:
– Externe Klassiker: Die Unabhängigkeit und die „offizielle“ Erlaubnis zur Kritik – selbst, wenn niemand gefragt hat oder es ungelegen kommt.
– Interne Schlüsselqualifikation: Die Fähigkeit zur Beobachtung und die strikte Trennung von Beobachtung und Wertung.
– Die Notwendigkeit einer inneren Einstellung von Neugier, Misstrauen und Respektlosigkeit nach Prof. Johannes Ludwig.

⚖️ Der Preis der Loyalität und die Sinnfrage
– Wir arbeiten kontextabhängig: Warum die Wirkkraft der Revision stark von der Kritikfähigkeit und dem Interesse des Herrschers abhängt.
– Die „Koch-Metapher“: Warum wir dem Herrscher zumuten, zähe und bittere Wahrheiten zu schlucken, und was das von ihm verlangt.
– Die größte Herausforderung: Wie geht man damit um, wenn der „Gorilla“ (die offensichtliche Gefahr) ignoriert wird? Jedes Verhalten hat seinen Preis.
– Die Sinnfrage: Warum wir diesen Beruf ausüben, obwohl wir allein nicht die volle Perfektion erreichen können und immer von Kontextbedingungen eingeschränkt werden. Die Antwort: Weil es eine Leidenschaft werden kann, den Gorilla sichtbar zu machen!

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Das Bundesverfassungsgericht formuliert:
„Eine […] Kontrolle ist tauglicher Aspekt der Gestaltung der Binnenorganisation der Geschäftsleitung einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und fördert die Funktionsfähigkeit der Wahrnehmung der Aufgaben der Geschäftsleitungsfunktion.“

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Oder umgekehrt ausgedrückt: Zu viel Macht beeinträchtigt die Geschäftsleitung darin, ihre Aufgaben optimal wahrzunehmen.

Moderner Hofnarr

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#396: Angemessenheit der Risikotoleranz und die Interne Revision

#396: Angemessenheit der Risikotoleranz und die Interne Revision

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Wir alle wissen, dass Wirtschaften damit einhergeht, dass die Ressourcen knapp sind. Man kann nicht alles machen und muss sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Doch wie steht es dabei um die Risiken?

Risiken müssen vom Unternehmen in der 1st line gemanaged und in der 2nd line überwacht werden.
Zusätzlich beurteilen wir Interne Revisor:innen in der 3rd line den Umgang mit den Risiken.

Interessant ist hierbei immer:
– Worauf wird geschaut?
– Worauf wird nicht geschaut?
– Was davon birgt Risiken?
– Welche Risiken werden toleriert?
– Ist eine Veränderung dieser Risikotoleranz zu beobachten?

Ein Fall, in dem die Risikotoleranz sich auf Kosten der Sicherheit verschoben hat, wird in diesem Podcast besprochen. Es geht um die Aufarbeitung und Hintergründe des Zugunglücks in Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten und vielen Verletzten vom 3. Juni 2022.

Hätten Feststellungen und Maßnahmen der Internen Revision in diesem Fall gefruchtet?

Die Antwort hören Sie im Podcast.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Hätten Sie gedacht, dass die Budgetstreichungen der Trump-Regierung in den USA die Wissenschaft gefährden? Also nicht nur in den USA, sondern weltweit?

In diesem Podcast stelle ich folgende hypothetische Frage:
Stellen Sie sich vor, Sie wären in der Internen Revision der Leopoldina oder einer anderen Forschungseinrichtung. Stellen Sie sich weiter vor, Sie hätten in einer Ihrer Revisionsprüfungen einmal die Abhängigkeit von den US-Datenbanken festgestellt und als Maßnahme eine größere Unabhängigkeit gefordert, bzw. verlangt, dass Ihre Revisionspartner auf eine Eventualität wie die Budgetstreichungen durch die derzeitige US Regierung vorbereitet sein sollen.

Was wäre dann wohl passiert?

Meine Mutmaßungen hören Sie in diesem Podcast.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Risikotoleranz

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#414: Das schützenswertere Gut und die Interne Revision

#395: Die Resilienz von Jerome Powell für die Interne Revision

#395: Die Resilienz von Jerome Powell für die Interne Revision

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Sich zu Positionieren, gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Internen Revision. Dazu gehört, zu den Werten einer Internen Revision zu stehen und auf Dinge hinzuweisen, die nicht ok sind. Es gehört aber auch dazu, sich nicht beeinflussen zu lassen und das langfristige Gesamtinteresse der Organisation zu vertreten. Meistens ist das gar nicht so schwierig. Allerding kann es auch sehr herausfordernd werden. Dann wird es geradezu eine Kunst, Angriffen und unfairem Verhalten gegenüber geschmeidig reagieren zu können.

Einer, der das anscheinend sehr gut kann, ist Jerome Powell. Anlässlich des SZ Artikels von Ann-Kathrin Nezik „Der Letzte, der sich wehrt“ vom 01.08.2025 stelle ich in diesem Podcast dar, wie Jerome Powell auf Angriffe von Donald Trump reagiert.

Ich hoffe, Sie können sich eine Scheibe davon abschneiden.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Hätten Sie gedacht, dass die Budgetstreichungen der Trump-Regierung in den USA die Wissenschaft gefährden? Also nicht nur in den USA, sondern weltweit?

In diesem Podcast stelle ich folgende hypothetische Frage:
Stellen Sie sich vor, Sie wären in der Internen Revision der Leopoldina oder einer anderen Forschungseinrichtung. Stellen Sie sich weiter vor, Sie hätten in einer Ihrer Revisionsprüfungen einmal die Abhängigkeit von den US-Datenbanken festgestellt und als Maßnahme eine größere Unabhängigkeit gefordert, bzw. verlangt, dass Ihre Revisionspartner auf eine Eventualität wie die Budgetstreichungen durch die derzeitige US Regierung vorbereitet sein sollen.

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Meine Mutmaßungen hören Sie in diesem Podcast.

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#394: Die Interne Revision als Textmarker?

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Ein Teilnehmer sagte in einem meiner Seminare:
„Ich begreife meine Rolle als Interne Revision als Textmarker. Wir sind Textmarker, die in dem Wust an Informationen für den Vorstand hervorheben, was wichtig ist. Wir können seine Aufmerksamkeit darauf lenken, worauf zu achten ist.“

Darüber habe ich nachgedacht. Die Ergebnisse erfahren Sie in diesem Podcast.

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Hätten Sie gedacht, dass die Budgetstreichungen der Trump-Regierung in den USA die Wissenschaft gefährden? Also nicht nur in den USA, sondern weltweit?

In diesem Podcast stelle ich folgende hypothetische Frage:
Stellen Sie sich vor, Sie wären in der Internen Revision der Leopoldina oder einer anderen Forschungseinrichtung. Stellen Sie sich weiter vor, Sie hätten in einer Ihrer Revisionsprüfungen einmal die Abhängigkeit von den US-Datenbanken festgestellt und als Maßnahme eine größere Unabhängigkeit gefordert, bzw. verlangt, dass Ihre Revisionspartner auf eine Eventualität wie die Budgetstreichungen durch die derzeitige US Regierung vorbereitet sein sollen.

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