#377: Die Bahn, die Ehrlichkeit und die Interne Revision

#376: Abzocke mit Fernwärme und die Interne Revision

Die Story zur Abzocke mit Fernwärme, die ich vor 2 Jahren in Folge #282 bereits behandelt hatte, geht weiter: Laut Bundeskartellamt hat sich der Verdacht erhärtet, dass einige Firmen von 2021 bis 2023 Fernwärme zu teuer verkauft hatten.

#377: Die Bahn, die Ehrlichkeit und die Interne Revision

#372: "Wer zahlt, schafft an" und die Interne Revision

#372: "Wer zahlt, schafft an" und die Interne Revision

Jeff Bezos schränkte ein, welche Kommentare im Meinungsteil der Washington Post erscheinen dürfen. Damit hat er meine impliziten Annahmen gegenüber einer Zeitung bzw. Journalisten erschüttert:

  • Eine Zeitung hat Interesse an journalistischer Objektivität.
  • Eine Zeitung fühlt sich den journalistischen Grundwerten verpflichtet.
  • Journalisten decken Probleme auf und weisen auf Interessenkonflikte hin.
  • Journalisten sind so etwas wie eine Line of Defense für ein Land oder eine Gesellschaft.

Nun: an den Journalisten und deren Integrität scheint es weniger zu liegen.
Wir haben hier den Fall, dass der Eigentümer der Washington Post kein Journalist ist.

Mich hat dieses Muster an den Fall der medizinischen Versorgungszentren erinnert:

„Der Eigner ist nicht vom Fach und verfolgt rein wirtschaftliche Interessen“

Über medizinische Versorgungszentren, bei denen Nicht-Medizinier Eigentümer sind, hört und liest man ebenfalls, dass diese primär wirtschaftliche Interessen verfolgen und das Gesundheitssystem abzocken. In meinem Podcast werden die Medizinischen Versorgungszentren in Episode #276‚ „Die Arztpraxis als Renditeobjekt und die Interne Revision“ behandelt.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#377: Die Bahn, die Ehrlichkeit und die Interne Revision

Folge 296: Transparenzmängel und schlechte Governance ermöglichen Abzocke bei Krebs

Internal Audit| Vielleicht haben Sie es mitbekommen, dass Robert Herold, ein mutiger Apotheker der Central-Apotheke aus dem sächsischen Falkenstein, zum Whistleblower wurde.

Warum?

Weil er die enormen Gewinne, die Zytostatika-Apotheker wie er machen können, „moralisch verwerflich“ findet und, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf Ehrlichkeit habe. Deutschlandweit geht es um hunderte Millionen Euro im Jahr, welche die Krankenkassen mutmaßlich sparen könnten.

Er informierte die Verantwortlichen der größten gesetzlichen Krankenkasse in Sachsen, der AOK Plus, die enormen Gewinnmöglichkeiten bei der Zubereitung von Krebstherapien.

Dies habe nichts bewirkt. Doch er lässt nicht locker.

Als nächstes versuchte er, seinen eigenen Verband aufzurütteln, den Verband der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA). Er versuchte, seine Kollegen dafür zu sensibilisieren, darüber nachzudenken, die eigenen Einkaufsvorteile an die Krankenkassen weiterzugeben. „Aber das Interesse damals war gleich null“, so sein Eindruck.

Damit endlich nicht mehr so viel Geld der Beitragszahler verschwendet wird, will er Transparenz schaffen und dafür sorgen, dass die Krankenkassen die echten Preise erfahren. Also schickt er immer wieder die echten Einkaufspreise der Apotheker an die AOK Plus.

Wieder sei nichts passiert, doch auch diesmal lässt er nicht locker.

Er geht an die Öffentlichkeit, in der Hoffnung mit diesem Schritt etwas in Bewegung zu bringen.

Ich wollte nun wissen, ob es eine Kontrollbehörde oder etwas Ähnliches für Apotheken gibt, und habe gegoogelt. Und siehe da: Es gibt sogar eine Apotheken-Revision! Sehr, sehr cool!

Hätten der Apotheken-Revision diese Zusatzeinnahmen auffallen können oder müssen?

Hören Sie in diesem Podcast, was ich aus Sicht der Internen Revision von der Governance auf diesem Themengebiet halte.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!