#305: Vergleichbarkeitsansprüche, Prüfernase und Interne Revision

#305: Vergleichbarkeitsansprüche, Prüfernase und Interne Revision

Prüfungsvorgehen | Als ich zur Jahrtausendwende in der Internen Revision begann, bestand die Anforderung, dass alle Prüfungsergebnisse vergleichbar und unabhängig davon, wer prüft, identisch sein müssen.

Das Problem dabei ist, dass man die Annahme hatte, dass unsere Prüfungstätigkeit wie in einer Fabrik linear-kausal abgewickelt werden kann.

Meine sehr erfahrenen Revisionskollegen fanden das nicht gut, fanden aber keine rationalen Erklärungen für ihr negatives Bauchgefühl.

Mit den von mir entwickelten Prüfungskategorien, die ich Ihnen im Podcast #231 vorgestellt habe, kann man die Probleme dieser Annahme auch auf der rationalen Ebene erklären.

Viel allgemeiner erklärt es Henry Mintzberg in seinem neuen Buch „Understanding Organizations … finally!“ Ich kann es jedem Revisor und jeder Revisorin nur empfehlen. Denn nur wer Organisationen versteht, kann die Angemessenheit ihrer Governance beurteilen.

Folgendes Zitat bringt es auf den Punkt:
„Perhaps nothing has broken the spirit of our professional services more than these imposed technocratic fixes.“

Die erfahrenen Prüfer bekamen auf die Nase, wenn sie vom vordefinierten technokratischen linear-kausalen Weg abwichen – auch wenn sie sensationelle Feststellungen hatten.

Sie durften ihre Prüfernase nicht mehr zum Einsatz bringen! Sie mussten nach Schema F vorgehen.

Nicht in jedem Kontext ist ein linear-kausales Prüfungsvorgehen sinnvoll. In anderen Kontexten muss man anders vorgehen. Dann kann die Prüfernase wieder zum Einsatz kommen!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

#105: Alexander Rühle im Interview über die Zukunft der Internen Revision

#105: Alexander Rühle im Interview über die Zukunft der Internen Revision

#105: Alexander Rühle im Interview über die Zukunft der Internen Revision

Danke für’s Teilen in Ihrem Netzwerk!

Alexander Rühle schrieb in einem seiner Blogartikel, dass wir Revisoren in unserem aktuellen Mindset dem Wandel der Zeit nicht gewachsen seien.

Er traf folgende“Prüfungsfeststellung“:
„Die Kompetenzen in vielen Revisionsfunktionen sind nicht angemessen, um in einer sich wandelnden Gesellschaft einen fundierten Mehrwert für die Unternehmen zu schaffen, in denen wir tätig sind. Insbesondere die methodischen, persönlichen und sozialen Kompetenzen sind unzureichend.
Risiko:
Es besteht das Risiko, dass es Revisionsfunktionen weder gelingt, ihre eigenen Kompetenzen an die Herausforderungen der digitalen Transformation anzupassen, noch einen Beitrag zur digitalen Transformation ihrer Unternehmen leisten.
Handlungsempfehlung:
Lesen Sie den folgenden Artikel und werfen Sie danach einen schonungslosen Blick in den Spiegel: Wie schätzen Sie den Status quo Ihrer Kompetenzen ein? Analysieren Sie in einem nächsten Schritt die sich wandelnde (Unternehmens-)Welt. Nehmen Sie Abweichungen als Opportunities wahr – und gehen Sie diese nach erfolgter Priorisierung sofort an.“

Selbstverständlich habe ich ihn hierzu befragt. Freuen Sie sich auf eine spannende Unterhaltung.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Den Link zum Onlinekurs „Mit Hilfe der Neurowissenschaft zum reibungslosen Prüfungs-Flow“ finden Sie auf meiner Webpage www.puhani.com unter Angeboten.

Signal-Gate

Verwandte Beiträge

Ihre Frage für den Podcast

Schicken Sie mir Ihre Frage, anonym und unkompliziert. Als Name können Sie gerne ein Pseudonym verwenden.

Was ist Ihr Thema?

* Einverständniserklärung

7 + 3 =

Die Beiträge nach Kategorien

#105: Alexander Rühle im Interview über die Zukunft der Internen Revision

#071: Wenn Sie jemand einschüchtern will

#071: Wenn Sie jemand einschüchtern will

Danke für’s Teilen in Ihrem Netzwerk!

Gerade, wenn Sie relativ neu in der Internen Revision und/oder jünger sind, kann es passieren, dass jemand versucht, Sie einzuschüchtern.

Meist ist es gar nicht so einfach, spontan darauf angemessen zu reagieren.

Daher teile ich mit Ihnen in diesem Podcast meine Gedanken, wie sich mit Einschüchterungsversuchen geschickt umgehen lässt.

Insbesondere habe ich gute Tipps für Sie, wie Sie die Sache revisionsintern noch retten können, wenn Ihre spontane Reaktion nicht optimal war.

Alle erfahrenen Prüfer, die Zeuge von solchen Einschüchterungsversuchen werden, möchte ich dafür sensibilisieren, Ihren neueren Kollegen in dieser Sache beizustehen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Signal-Gate

Verwandte Beiträge

Ihre Frage für den Podcast

Schicken Sie mir Ihre Frage, anonym und unkompliziert. Als Name können Sie gerne ein Pseudonym verwenden.

Was ist Ihr Thema?

* Einverständniserklärung

15 + 1 =

Die Beiträge nach Kategorien

#105: Alexander Rühle im Interview über die Zukunft der Internen Revision

#064: Wie Sie die Herausforderungen einer zeitnahen Berichterstattung meistern

Wie Sie wissen, fordern die IIA Standards eine zeitnahe Berichterstattung. Der Standard 2420 Qualität der Berichterstattung lautet, wie folgt: „Revisionsberichte müssen richtig, objektiv, klar, prägnant, konstruktiv und vollständig sein und zeitnah erstellt werden.“ Die Erläuterung führt aus: „Zeitnahe Berichte sind abhängig von der Problemstellung zweckdienlich und rechtzeitig, sodass das Management angemessene Maßnahmen ergreifen kann.“ Auch in den MaRisk wird eine zeitnahe Berichterstattung gefordert. Unter BT 2.4 Tz. 1 Berichtspflicht der MaRisk heißt es: „Über jede Prüfung muss von der Internen Revision zeitnah ein schriftlicher Bericht angefertigt und grundsätzlich den fachlich zuständigen Mitgliedern der Geschäftsleitung vorgelegt werden.“ Aus der Prüfungspraxis der Bankenaufsicht geht hervor, dass zeitnah als zwei, spätestens drei Wochen nach Ende der Prüfung ausgelegt wird. Diese zeitnahe Berichterstattung unterliegt einigen Herausforderungen. Denn wenn die Revisionsprozesse nicht intelligent konzipiert und gut aufeinander abgestimmt sind, kann sich die Berichterstattung erheblich herauszögern. In diesem Podcast teile ich mit Ihnen meine Strategien und Erfahrungen, wie Sie eine zeitnahe Berichterstattung erreichen können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!
#105: Alexander Rühle im Interview über die Zukunft der Internen Revision

#063: Wann Dienst nach Vorschrift sinnvoll ist und wann er dem Unternehmen schadet

Wir prüfen Regelungen und Vorschriften auf ihre Angemessenheit und wollen grundsätzlich, dass sie eingehalten werden. Es gibt jedoch Situationen und Umstände, in denen die Einhaltung von Regeln nicht sinnvoll ist. Und in manchen Situationen kann sogar „Dienst nach Vorschrift“ vollkommen angebracht sein, auch wenn er sonst dem Unternehmen oft erheblich schaden würde. In diesem Podcast mache ich mir darüber Gedanken, wann und unter welchen Bedingungen die Regeleinhaltung und der Regelbruch für ein Unternehmen am besten ist. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!