#354: Als Interne Revision Auffälligkeiten hinterfragen – Wirecard

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Auffälligkeiten | Wenn wir aus Fehlern anderer lernen wollen, dann bietet uns Wirecard wieder einmal eine gute Gelegenheit.

Die in diesem Podcast dargestellten Fakten stammen aus dem Artikel „Und noch ein Jan-Marsalek-Projekt“ von Stephan Radomsky aus der SZ vom 08.11.2024. Der Artikel befasst sich mit den Aussagen eines Controllers, der seit Herbst 2017 bei Wirecard bis kurz nach dessen Untergang tätig war. Er schildert Auffälligkeiten, scheinbare glückliche Zufälle und schleichende Entwicklungen.

Es ist nicht leicht, sich über Jahre entwickelnde Auffälligkeiten während dieser Phase auch wirklich als Auffälligkeiten zu identifizieren. Woran soll ein Frosch, der im kalten Wasser sitzt, erkennen, dass er in einem Kochtopf ist, der auf einem Herd steht, dessen Platte angeschaltet wurde?

In diesem Podcast gehe ich darauf ein, worauf es ankommt, um solche Auffälligkeiten, scheinbare Zufälle und schleichende Entwicklungen als relevant erkennen zu können.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#391: Auftragsklärung einer Jetpilotin und die Interne Revision

Im Buch „The Sky is no Limit“ von Nicola Winter bin ich über das Thema „Mission Command“ gestolpert. Nicola Winter, eine der ersten Jetpilotinnen Deutschlands, beschreibt das „Führen mit Auftrag“ ab Seite 186 wie folgt:
Die Führung gibt klar das Ziel der Mission, des Projektes oder des Auftrages vor und steckt den Rahmen für die Erfüllung ab:
– Was steht an Ressourcen, Zeit, Material und Personal zur Verfügung?
Innerhalb des vorgegebenen Rahmens ist das Team in der Auftragserfüllung völlig frei. Jeder legale Weg zum Ziel ist erlaubt und darf auch geändert werden, wenn sich neue Erkenntnisse oder Hürden ergeben – und zwar ohne Rücksprache. Solange der Auftrag erfüllt werden kann, darf das Team vor Ort autonom, unabhängig und frei agieren.

Die Auftragstaktik fördert
1. Flexibilität,
2. schnelle Reaktionen auf Veränderungen und
3. die Nutzung von Kreativität und Initiative auf allen Ebenen der Organisation.

Gut ausgebildete Menschen aller Fachrichtungen lieben es, in ihrer Arbeit und in ihrer Expertise möglichst frei agieren zu können und den ihrer Meinung nach besten Weg wählen zu dürfen.

Für Führungskräfte ist die Auftragstaktik fordernd:
– Es muss wirklich klar sein, was das Ziel ist.
– Das Team muss in der Umsetzung begleitet werden. Regelmäßige Check-ins, Updates, Hilfestellungen und Nachjustierungen sind nötig.
– Damit die Mitarbeitenden tatsächlich über die notwendigen Ressourcen verfügen können und genug Unterstützung bekommen, muss bewusst ein „Spielraum“ definiert und abgegrenzt werden, in dem die Entscheidungsfreiheit klar auf Seiten der Mitarbeitenden liegt. Die Letztverantwortung liegt jedoch bei der Führungskraft.
– Wo Kontrolle abgegeben wird, passieren Fehler. Deshalb ist eine Kultur des offenen Feedbacks und der kontinuierlichen Verbesserung nicht nur sinnvoll sondern alternativlos.

Um mit einem Auftrag effizient zu führen, bedarf es einer strukturierten Auftragserteilung.

Im Podcast übersetze ich das Ganze auf die Auftragsklärung in der Internen Revision.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#390: Prüfung und Beratung bei Northvolt – Prüfersprech vs. Deutsch

Wir Interne Revisorinnen und Revisoren sollen beides tun: prüfen und beraten. Dabei ist die Aufgabe, dieses und jenes zu prüfen, an sich ja kein Problem. Probleme entstehen meist bei dem Part Beratung. Bei Wirtschaftsprüfern ist das Ganze noch um eine Nummer krasser.

Kein Wunder, dass mich ein Zeitungsartikel mit folgendem Titel neugierig gemacht hat:

„Die eigenartige Doppelrolle des Gutachters
Der Fall Northvolt: In Schleswig-Holstein sollte eine riesige Batteriefabrik entstehen,
mit staatlicher Hilfe. Das Projekt scheitert, die Aufarbeitung läuft. Ein Gutachten wirft nun Fragen zur Rolle der Beratungsfirma PwC auf.“

In diesem Podcast beschäftige ich mit dem Artikel und den dortigen Aussagen zum Gutachten.

Wie jede andere Berufsgruppe, hat auch die Interne Revision ihre eigene Fachsprache. Diese scheint den Lesern der Gutachten nicht so geläufig gewesen zu sein. Daher übersetze ich in diesem Podcast die im Artikel genannten Prüfungsurteile in allgemein verständliche Beurteilungen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#352: Vorausschauende Regelungen und die Interne Revision

#352: Vorausschauende Regelungen und die Interne Revision

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Regelungen | Selbstverständlich sollte eine Interne Revision sich nicht nur primär darum kümmern, dass Fehler oder Probleme behoben werden. Hand in Hand dazu sollten immer auch die zugrundeliegenden Annahmen, Werte oder Ziele zu hinterfragt werden.

Ein konkretes Beispiel hierfür, d.h. für Double-Loop-Learning, zu finden, ohne unsere Verschwiegenheitspflicht zu verletzen, ist herausfordernd. Denn oft geht es dabei um tiefgreifende, ggf. sogar strategische Veränderungen.

Wolfgang Janisch hat mir mit seinem Artikel aus der SZ vom 15.11.2024 aus diesem Dilemma geholfen. Der Artikel behandelt die Resilienz des Bundesverfassungsgerichts und insbesondere die Bedeutung der Regeln zu dessen Richterwahl.

Setzt man das Double-Loop-Learning ein, kann man als Interne Revision auf vorausschauende Regelungen hinwirken:
Stellen Sie Ihrem Revisionspartner hypothetische Fragen („Was wäre, wenn …“).
Deklinieren Sie hierbei jeweils jeden Parameter, jede Annahme und jeden Inputfaktor durch.
Z.B.: Was wäre wenn …
… die Datenzulieferung nicht funktioniert?
… die Daten teilweise nicht rechtzeitig aktualisiert werden?
… jeweils andere Inputfaktoren ausfallen, unvollständig sind oder verspätet kommen?
… die Weiterverarbeitung stockt
… eine Person krank und die Vertretung im Urlaub ist?
… Fachkräfte fehlen?

Wichtig ist, dass Sie nicht bereits die perfekte Regelung im Kopf haben und versuchen, diese Ihrem Revisionspartner aufzuoktroyieren.
Entwickeln Sie stattdessen die Regelungen gemeinsam im Dialog.

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#351: Aikido und die Interne Revision

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Podcast Revision | Als ich den Flyer von Dr. Till Neunhöffer sah, wusste ich sofort: Wow – den will ich in meinem Podcast haben. Gesagt, getan.
Hier ein wunderbares Interview über Konfliktlösung als Weg zur Harmonie mit Konzepten aus dem Aikido, der Mediation und dem hypnosystemischen Coaching.

Im Aikido gilt eine Situation dann als besonders erfolgreich gelöst, wenn alle Beteiligten unverletzt aus der Begegnung hervorgehen. Diesen Anspruch sollten wir auch in der Internen Revision haben. Denn unsere Prüfungen erfordern Kooperationsbereitschaft von unseren Revisionspartnern. Und Kooperationsbereitschaft erhält man nicht, wenn man den Anderen über den Tisch zieht.

Natürlich kann es auch in der Internen Revision passieren, dass man angegriffen wird. Wie wäre es, die Angriffsenergie umzuleiten und zur Deeskalation der Sachlage zu nutzen?
Das geht allerdings nur, wenn man sich von so einem Angriff selbst nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Wie das funktionieren könnte, erläutert Dr. Till Neunhöffer in diesem spannenden Interview.

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#350: Ein Plädoyer für die Interne Revision

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Auswirkungen | Vor einiger Zeit habe ich in einem Zeitungsartikel ein Plädoyer für die Interne Revision gelesen. Der Autorin, Ann-Kathrin Büüsker, Moderatorin beim Deutschlandradio, war das vermutlich gar nicht bewusst. Sie prangerte die veralteten Strukturen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk an und schilderte deren Auswirkungen.

Als ich den Artikel las, erkannte ich, dass die von ihr geforderte Veränderung genau das ist, was unsere Aufgabe in der Internen Revision ausmacht:

  • Strukturen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten überdenken
  • Prozesse und Workflows hinterfragen:
    • Wen wollen wir erreichen?
    • Wer macht was, und ist das so noch zeitgemäß?
    • Funktioniert das überhaupt zuverlässig?

„Das haben wir schon immer so gemacht“, kann für uns kein Argument sein, wenn es Ideen gibt, wie es besser funktionieren könnte.

Wir haben in unserer Funktion als Interne Revision nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Verpflichtung, unsere Organisation daraufhin zu hinterfragen, wie ihre Lebensfähigkeit bzw. auch Lebendigkeit gesteigert werden kann.
Tja, manchmal folgt aus dem Hinterfragen eine Art schöpferische Zerstörung.
Wenn „historisch Gewachsenes“ jedoch nicht von uns hinterfragt wird, dann zahlt die Organisation einen hohen Preis. Frau Büüsker hat die Auswirkungen deutlich geschildert.

Lassen Sie uns alle gemeinsam so souverän, kollegial und wirksam wie möglich werden, damit unsere Organisationen diesen hohen Preis nicht zahlen müssen.

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#349: Verbindliche Fristsetzungen durch die Interne Revision

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Fristsetzungen | Auf einem meiner Seminare wurde ich gefragt, wie ich es denn bei Datenanforderungen mit den Fristsetzungen halten würde.

Der Fragensteller erläuterte seine Herausforderungen, wie folgt:
Der Revisor fordert den Revisionspartner per Mail dazu auf, Unterlagen zeitnah zuzuliefern. Der Revisionspartner liefert nichts.
Nach einer Woche hakt der Revisor telefonisch nach und bittet um zügige Lieferung. Im Telefonat sagt der Revisionspartner, dass er keine Zeit habe und so schnell nichts liefern könne. Der Revisor möchte nicht unkooperativ erscheinen. Also gewährt er einen späteren Zuliefertermin.
Nach Fristablauf erhält der Revisor dann eine Rückmeldung. Allerdings ist diese entweder vollkommen unbrauchbar oder nur teilweise relevant. Wesentliche Teilbereiche fehlen vollständig. Diese fordert der Revisor dann erneut an und bittet wieder um eine kurzfristige Zulieferung.
Dann wiederholt sich das gesamte Prozedere. Das kostet den Revisor sehr viel Zeit und frustriert ihn.

Hat der Revisor nun einfach Pech, auf so einen unkollegialen oder möglicherweise sogar unzuverlässigen Revisionspartner gestoßen zu sein?

Im Podcast erfahren Sie meine Antwort und meine Tipps, was der Revisor an seiner Vorgehensweise ändern sollte.

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PS: Wenn Ihnen dieser Tipp gefallen hat, dann empfehle ich Ihnen Folge #56 Wie Sie nachweisen, dass etwas nicht existiert und Folge #123 Die Tit-for-Tat Strategie

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