#317: Zu hohes Sicherheitsgefühl und die Interne Revision

#317: Zu hohes Sicherheitsgefühl und die Interne Revision

Einzelfall | Wie kann es sein, dass Routinesituationen gefährlich werden?

Stellen Sie sich vor, Ihr Revisionspartner zitiert eine Statistik und sagt:
„Sehen Sie, in der Vergangenheit ist ja so gut wie nichts passiert.“
„Die Einzelfälle, die Sie identifiziert haben, haben nichts miteinander zu tun!“
„Sie übertreiben mit Ihren Feststellungen! Das IKS ist ok!“

Die Folgefragen, die für die Interne Revision daraus resultieren, lauten:

  • Welche Rahmenbedingungen galten in dem Zeitraum auf den sich die Statistik bezieht?
  • Welche Anforderungen gab es für das IKS
  • Wie war damals das IKS ausgestaltet?
  • Gab es da auch einen Fachkräftemangel?
  • War die Infrastruktur adäquat?
  • War genug Geld für ein angemessenes IKS vorhanden?
  • Bestätigten interne und externe Prüfungen die Angemessenheit des IKS?
  • Wurden die Rahmenbedingungen, die dieser Statistik unterliegen, in jüngster Vergangenheit eingehalten?

Denn wenn sich Ihr Revisionspartner auf eine Statistik der hohen Sicherheit verlässt, dann muss er oder sie auch die Rahmenbedingungen dieser Statistiken einhalten und bestehende Standards einhalten.

Hält sich der Revisionspartner nicht an diese Standards (Zertifizierungen, Qualitätskontrollen, ausreichend erfahrenes Personal, …) kann eine Interne Revision aus verschiedenen, scheinbar nicht zusammenhängenden Einzelfällen einen Zusammenhang herstellen.

Wie, erfahren Sie in diesem Podcast.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

PS: Link zu weiteren Folgen:
https://puhani.com/index.php/2020/01/12/folge-091-boeing-und-die-737-max/
https://puhani.com/index.php/2023/10/29/folge-292-die-implosion-der-titan-wenn-der-ceo-nicht-will/
https://puhani.com/index.php/2024/03/17/boeing-und-die-interne-revision-teil-2/

#317: Zu hohes Sicherheitsgefühl und die Interne Revision

#307: Seneca und die Interne Revision

Herausforderung | In diesem Podcast reflektiere ich, was das folgende Zitat von Seneca mit der Internen Revision zu tun hat:
“No man is more unhappy than he who never faces adversity.
For he is not permitted to prove himself.” (Seneca)

Grundsätzlich gilt immer:

  • Erweitern Sie Ihren Horizont!
  • Wagen Sie sich an neue Themen heran!
  • Scheuen Sie nicht vor Feststellungen zurück, bei denen Sie wissen, dass diese zu Diskussionen führen werden!

Gerade wenn es anstrengend wird, werden Sie daran wachsen. Denn Wachstum passiert nicht in der Komfortzone, sondern in der Wachstumszone. Nicht umsonst habe ich in meinem Buch „Erfolgreiche Prüfungsprozesse in der Internen Revision“ geschrieben, dass Sie Ihre Revisionspartner als Trainingspartner betrachten sollten. Denn jede Herausforderung und jede Diskussion hilft Ihnen, besser zu werden. Sei es in dem fachlichen Thema oder in Ihrer Konflikt- oder Kommunikationskompetenz.

Beweisen Sie sich, wachsen Sie und finden Sie darin eine innere Zufriedenheit.
„Progress equals happiness“, sagt Tony Robbins dazu.

Wachsen Sie!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

#317: Zu hohes Sicherheitsgefühl und die Interne Revision

#305: Vergleichbarkeitsansprüche, Prüfernase und Interne Revision

Prüfungsvorgehen | Als ich zur Jahrtausendwende in der Internen Revision begann, bestand die Anforderung, dass alle Prüfungsergebnisse vergleichbar und unabhängig davon, wer prüft, identisch sein müssen.

Das Problem dabei ist, dass man die Annahme hatte, dass unsere Prüfungstätigkeit wie in einer Fabrik linear-kausal abgewickelt werden kann.

Meine sehr erfahrenen Revisionskollegen fanden das nicht gut, fanden aber keine rationalen Erklärungen für ihr negatives Bauchgefühl.

Mit den von mir entwickelten Prüfungskategorien, die ich Ihnen im Podcast #231 vorgestellt habe, kann man die Probleme dieser Annahme auch auf der rationalen Ebene erklären.

Viel allgemeiner erklärt es Henry Mintzberg in seinem neuen Buch „Understanding Organizations … finally!“ Ich kann es jedem Revisor und jeder Revisorin nur empfehlen. Denn nur wer Organisationen versteht, kann die Angemessenheit ihrer Governance beurteilen.

Folgendes Zitat bringt es auf den Punkt:
„Perhaps nothing has broken the spirit of our professional services more than these imposed technocratic fixes.“

Die erfahrenen Prüfer bekamen auf die Nase, wenn sie vom vordefinierten technokratischen linear-kausalen Weg abwichen – auch wenn sie sensationelle Feststellungen hatten.

Sie durften ihre Prüfernase nicht mehr zum Einsatz bringen! Sie mussten nach Schema F vorgehen.

Nicht in jedem Kontext ist ein linear-kausales Prüfungsvorgehen sinnvoll. In anderen Kontexten muss man anders vorgehen. Dann kann die Prüfernase wieder zum Einsatz kommen!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

#317: Zu hohes Sicherheitsgefühl und die Interne Revision

Folge 294: Mut, Whistleblowing, schlechte Governance, DWS und Interne Revision

Bauchgefühl | Klöster sind eine interessante Sache. Die meisten existieren seit Jahrhunderten! Das haben Unternehmen noch nicht geschafft! Wie haben Klöster das geschafft? Der Abt hört i.d.R. einmal pro Woche die Meinung der Mönche an. Außerdem gibt es dort immer eine Person, welche die Rolle des advocatus diaboli einzunehmen hat.

Wenn Unternehmen so etwas institutionalisiert hätten, hätte es diese Podcast-Folge wahrscheinlich nicht gegeben. Er behandelt die Hinweise von Desirée Fixler, der Whistleblowerin im Greenwashing-Skandal der DWS.

Grundlage dieses Podcasts ist das Interview von Lisa Nienhaus und Meike Schreiber mit Desirée Fixler aus der SZ vom 30.06.2023 mit dem Titel „Ich hatte ein Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt.“

Es ist nicht so gewesen, dass die Whistleblowerin gleich an die Öffentlichkeit gegangen ist. Nein, sie hat zunächst intern Fragen gestellt und auf Ungereimtheiten hingewiesen.

Gerade weil es zu dem Zeitpunkt noch keine regulatorischen Vorgaben gab, habe man ja nichts falsch gemacht. Anstatt die internen Hinweise dankbar aufzugreifen, entschied man sich dazu, die Querulantin zu entfernen und in den Medien als unfähig zu denunzieren.

Die Denkweise „Wer stört muss gehen!“ ist das genaue Gegenteil von Kritikfähigkeit.

In diesem Podcast gehe ich der hypothetischen Frage nach, wie es einer Internen Revision ergangen wäre, wenn sie die gleichen Fragen gestellt hätte. Wahrscheinlich denken Sie jetzt schon selbst: „Da kann man halt nichts machen! Ohne Fehler keine Feststellung.“

Da bin ich anderer Ansicht. Ein zweck- und werteorientierter Prüfungsansatz, der nicht nur die Zweckerfüllung, sondern auch auf die Wertekonformität nach innen und außen betrachtet, hätte durchaus zu Feststellungen führen können. Mehr dazu erfahren Sie in Episode # 231.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!