Folge 299: Follow-up zum Whistleblowing eines Apothekers

Folge 296: Transparenzmängel und schlechte Governance ermöglichen Abzocke bei Krebs

Internal Audit| Vielleicht haben Sie es mitbekommen, dass Robert Herold, ein mutiger Apotheker der Central-Apotheke aus dem sächsischen Falkenstein, zum Whistleblower wurde.

Warum?

Weil er die enormen Gewinne, die Zytostatika-Apotheker wie er machen können, „moralisch verwerflich“ findet und, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf Ehrlichkeit habe. Deutschlandweit geht es um hunderte Millionen Euro im Jahr, welche die Krankenkassen mutmaßlich sparen könnten.

Er informierte die Verantwortlichen der größten gesetzlichen Krankenkasse in Sachsen, der AOK Plus, die enormen Gewinnmöglichkeiten bei der Zubereitung von Krebstherapien.

Dies habe nichts bewirkt. Doch er lässt nicht locker.

Als nächstes versuchte er, seinen eigenen Verband aufzurütteln, den Verband der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA). Er versuchte, seine Kollegen dafür zu sensibilisieren, darüber nachzudenken, die eigenen Einkaufsvorteile an die Krankenkassen weiterzugeben. „Aber das Interesse damals war gleich null“, so sein Eindruck.

Damit endlich nicht mehr so viel Geld der Beitragszahler verschwendet wird, will er Transparenz schaffen und dafür sorgen, dass die Krankenkassen die echten Preise erfahren. Also schickt er immer wieder die echten Einkaufspreise der Apotheker an die AOK Plus.

Wieder sei nichts passiert, doch auch diesmal lässt er nicht locker.

Er geht an die Öffentlichkeit, in der Hoffnung mit diesem Schritt etwas in Bewegung zu bringen.

Ich wollte nun wissen, ob es eine Kontrollbehörde oder etwas Ähnliches für Apotheken gibt, und habe gegoogelt. Und siehe da: Es gibt sogar eine Apotheken-Revision! Sehr, sehr cool!

Hätten der Apotheken-Revision diese Zusatzeinnahmen auffallen können oder müssen?

Hören Sie in diesem Podcast, was ich aus Sicht der Internen Revision von der Governance auf diesem Themengebiet halte.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Folge 299: Follow-up zum Whistleblowing eines Apothekers

Folge 251: Tipps vom Knigge-Trainer für die Interne Revision

Selbstverständlich sollte man sich als Interner Revisor oder als Interne Revisorin nicht wie die Axt im Walde aufführen. Worauf es laut Knigge-Trainer Clemens Graf von Hoyos ankomme, sei Anstand, Moral und Fairness. Intuitiver Respekt sei wichtiger als rezeptartiges Denken. Es ginge nicht um stocksteifes Benehmen, sondern um ein situationselastisches Agieren:

Schauen, was der Anlass ist, sich auf den Adressaten einstellen und dann flexibel handeln.
Das ist auch genau das, worauf es in der Internen Revision ankommt.
Lassen Sie sich nicht von Stress, mangelnder Empathie oder Bequemlichkeit davon abhalten, situationselastisch zu agieren.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Folge 299: Follow-up zum Whistleblowing eines Apothekers

Folge 220: Wenn sich der Revisionspartner (un)fair verhält

Ein Hörer des Podcasts #211 „Was ist fair?“ wünschte sich eine Folge, die speziell die (mangelnde) Fairness des Revisionspartners zum Gegenstand hat.
Mein Tipp:
Sprechen Sie Ihren Revisionspartner auf sein Verhalten an. Denn wenn alles wie am Schnürchen läuft, sollten wir unseren Revisionspartner unbedingt loben. Sollte sich Ihr Revisionspartner jedoch unfair verhalten haben, thematisieren Sie ihm gegenüber dieses unfaire Verhalten.

Wenn die Revisionspartner es zu bunt treiben und z.B. Unterlagen erst nachträglich erstellen oder fälschen, nutzen Sie die Tit-for-Tat Strategie (Folge #123), um diesem unfairen Verhalten zu begegnen.

Beobachten Sie, wie sich das Verhalten Ihrer Revisionspartner und damit auch die Unternehmenskultur mit der Zeit durch Ihre Rückmeldungen verändert.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören, Freude beim Ausprobieren und erfolgreiche Prüfungsprozesse!