#301: Interne Revision – Bullied into silence

#301: Interne Revision – Bullied into silence

Kritik | Drei Impulse führten zu diesem Podcast. Es brauchte wohl so viele, weil es wieder einmal darum geht, Kritik zu üben und dafür kritisiert zu werden.

  • Los geht es mit einer Umfrage, die – wieder einmal – herausfand, dass Interne Revisor:innen unter Druck gesetzt werden oder Ärger bekommen, wenn sie „uncomfortable findings“ an das Management melden.
  • Dann ein Artikel von Meike Schreiber, der ein positives Gegenbeispiel zum Thema macht.
  • Dem folgt ein weiterer Artikel von Meike Schreiber der zwei Beispiele zur Governance aus dem Deutsche Bank Konzern vorstellt: „Immer wieder werden unternehmensinterne Kritiker zum Schweigen gebracht und Probleme zugunsten einer Hurra-Kultur kleingeredet.“

„Bullied into Silence“ betrifft also nicht nur die Interne Revision! Sie betrifft auch die First und Second Line!

Im Kern geht um folgende Fragen:

  • Werden abweichende Meinungen zugelassen?
  • Wer traut sich, es zu thematisieren und zu kritisieren, wenn unternehmensinterne Kritiker zum Schweigen gebracht werden?

Gerade, wenn niemand wagt, Kritik zu üben, ist es dringend erforderlich, dies doch zu tun.

Vielleicht denken Sie sich jetzt: Wieso wir Revisor:innen?
Weil es unsere Aufgabe in der third line ist, außerhalb des operativen Geschäfts einen Blick auf alles zu haben und zurückzumelden, wenn etwas aus dem Ruder zu laufen droht.
Wir sind die kritische Stimme, die Rückmeldungen gibt und Dinge hinterfragt, die andere als selbstverständlich hinnehmen – z.B. weil es schon immer so war oder schon immer so gemacht wurde.
Damit ist es auch unsere Aufgabe, dem Kaiser zu sagen, dass er keine Kleider an hat.

Dazu sollten Sie sich folgendes überlegen:

  • Wie gehen Sie am besten vor?
  • Was äußern Sie?
  • Wie sagen Sie es?
  • Wie gut hören Sie zu?
  • Welche Brücken bauen Sie?
  • Wieviel Zeit nehmen Sie sich?
  • Wie sorgen Sie gut für sich, damit Sie den Ritt auf der Rasierklinge bravourös meistern?

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören, viel Erfolg beim Ausprobieren und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Hier die Links zu weiteren Folgen:

292 Die Implosion der Titan – Wenn der CEO nicht will

https://puhani.com/index.php/2023/10/29/folge-292-die-implosion-der-titan-wenn-der-ceo-nicht-will/

294 Mut, Whistleblowing, schlechte Governance, DWS und Interne Revision

https://puhani.com/index.php/2023/11/12/folge-294-mut-whistleblowing-schlechte-governance-dws-und-interne-revision/
#301: Interne Revision – Bullied into silence

Folge 289: Offene Flugzeugtür, Unternehmenskultur und die Interne Revision

Ereignis | In diesem Podcast stelle ich ein unerwartetes Ereignis vor, mit dessen Hilfe eine Interne Revision die Unterschiede zwischen gelebter und deklamierter Unternehmenskultur identifizieren kann. Ziel ist selbstverständlich, so einen Fall zu nutzen, um etwaige Abweichungen im Unternehmen anzusprechen und zum Thema zu machen.

Als Interne Revision kennen Sie Ihr Unternehmen.

Wenn in Ihrem Unternehmen so etwas Unerwartetes passiert wäre, welche Reaktionen hätten Sie erwartet?
Wie wird die Nachricht, dass etwas passiert ist, von wem aufgenommen?
Wie wird die Information verarbeitet?
Wird zunächst versucht, die Fakten zu klären, oder stehen schnell Behauptungen oder Beschuldigungen im Raum?
Wer gibt wem welche Anweisungen?
Wer spricht mit wem?
Wird zunächst intern nach dem, der oder den Schuldigen gesucht?
Wie positionieren sich die zuständigen Fachbereiche und Revisionspartner?
Wird die Interne Revision beauftragt, eine Sonderprüfung durchzuführen?
Falls ja: Soll sie herausfinden, woran es nun wirklich lag? Oder gar, wer versagt hat?
Schaut man nach Innen und sucht dort nach Verbesserungsmöglichkeiten?
Will man dabei wirklich etwas verbessern, oder wird dabei versucht, bloß die zukünftigen Haftungsfragen im Kleingedruckten der Verträge im Sinne des Unternehmens positiv zu gestalten?
Oder versucht man die Schuld nach Außen zu transferieren? Ganz nach dem Motto: Wir haben alles richtig gemacht. Das waren die Anderen!

Wenn Sie also als Interne Revision auf unerwartete Ereignisse stoßen, schauen Sie bitte nicht nur auf die Ursachen. Die sind auch wichtig – keine Frage.
Viel wichtiger ist allerdings, wie Ihr Unternehmen auf das unerwartete Ereignis reagiert.
Und vor allem ob, und wenn ja, was Ihr Unternehmen aus diesem unerwarteten Ereignis lernt.
Auch das könnten und sollten Sie zum Thema einer Prüfung machen.

Mich würde sehr interessieren, ob Sie das bereits tun, und wenn ja, wie Sie dabei vorgehen. Ich habe ein Konzept, das ich gerne in der Praxis ausprobieren möchte.

Sollten Sie also einen Fall (kein Fraud!) haben, bei dem Sie Unterstützung oder Beratung wünschen, dann freue ich mich, wenn Sie sich melden.

Außerdem würde ich mein Konzept gerne mit anderen Ansätzen und Vorgehensweisen abgleichen und freue mich auf einen kollegialen Austausch über Ihre Prüfungsansätze und -prozesse. Nicht über die Inhalte! Die interessieren mich nicht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören, viel Erfolg beim Ausprobieren und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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Folge 242: Wie Sie Angriffe durchschauen

In Seminaren werde ich häufig gefragt, ob ich nicht Tipps für junge Revisorinnen hätte. Daher hat es mich besonders gefreut in einem SZ-Interview mit der 34 Jahre jungen spanischen Gleichstellungsministerin Irene Montero fündig zu werden.
Sie ist zwar keine Revisorin, arbeitet aber als junge Frau in einer traditionell eher männlich geprägten Umgebung. Mit ihren 34 Jahren ist sie das jüngste Mitglied der Spanischen Regierung.

Sie erläutert, dass es unterschiedliche Formen gibt, Frauen an der Macht lächerlich zu machen:

  • man habe kein Team, sondern Freundinnen
  • man habe keine Ahnung
  • man sei eine Rotzgöre

Es gehe immer darum, von den Zielen der Frau abzulenken und ihre Autorität zu untergraben.

Ihr helfe es zu wissen, weshalb in der Politik so etwas passiere:
Eine Frau, die in die erste Reihe trete und den Mund aufmache, werde öffentlich dafür bestraft, indem man sie lächerlich mache und ihr Privatleben an die Öffentlichkeit zerre, oder zerstöre. Damit werde nicht nur diese Frau selbst sanktioniert, sondern zugleich eine Botschaft an andere Frauen gesendet: „Sei still, sonst passiert dir das Gleiche.“

Was können Sie also tun?

  1. Wenn Sie als (junge) Frau ein derartiges Verhalten von Männern erleben, erinnern Sie sich daran, dass es nicht an Ihnen als Person liegt. Es hat einzig und allein damit zu tun, dass Sie nicht der kulturellen Norm entsprechen.
    Ich vermute, dass alle Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nicht der kulturellen Norm entsprechen, ähnliche Reaktionen der herrschenden Mehrheit zu spüren bekommen.
  2. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen solche Reaktionen erleben, machen Sie das zum Thema.
    Sprechen Sie Ihre Kollegen und Kolleginnen darauf an. Denn für uns alle gilt, seien wir nun Betroffene oder Beobachter: es ist wichtig bereits subtile Angriffe als solche zu durchschauen und zu entlarven, weil dieses Muster sonst mit der Zeit eskalieren wird. Erkennen Sie das System dahinter und tragen Sie Ihren Anteil dazu bei, dass sich daran in Zukunft etwas ändern wird.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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Folge 220: Wenn sich der Revisionspartner (un)fair verhält

Ein Hörer des Podcasts #211 „Was ist fair?“ wünschte sich eine Folge, die speziell die (mangelnde) Fairness des Revisionspartners zum Gegenstand hat.
Mein Tipp:
Sprechen Sie Ihren Revisionspartner auf sein Verhalten an. Denn wenn alles wie am Schnürchen läuft, sollten wir unseren Revisionspartner unbedingt loben. Sollte sich Ihr Revisionspartner jedoch unfair verhalten haben, thematisieren Sie ihm gegenüber dieses unfaire Verhalten.

Wenn die Revisionspartner es zu bunt treiben und z.B. Unterlagen erst nachträglich erstellen oder fälschen, nutzen Sie die Tit-for-Tat Strategie (Folge #123), um diesem unfairen Verhalten zu begegnen.

Beobachten Sie, wie sich das Verhalten Ihrer Revisionspartner und damit auch die Unternehmenskultur mit der Zeit durch Ihre Rückmeldungen verändert.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören, Freude beim Ausprobieren und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

#301: Interne Revision – Bullied into silence

Folge 201: Die Kunst des Zuhörens

Zuhören ist zwar schwierig, gehört aber zu einer der wichtigsten Kompetenzen einer Internen Revision, bzw. jeder Revisorin und jedes Revisors. Es geht zum einen darum, zu hören was gesagt wurde, und zum anderen, wahrzunehmen, was nicht gesagt wurde. Hierbei lassen sich die Unterschiede zwischen „Vorder- und Hinterbühne“ erkennen, also dem, was nach außen gezeigt wird, und dem was im Inneren wirklich vonstatten geht.

Wann und wie oft fällt Ihnen auf,

  • was nicht gesagt wurde?
  • wie viel nicht gesagt wurde?
  • wo das gezeigte Verhalten nicht zu dem passt, was gesagt wurde?
  • dass das gezeigte Verhalten nicht zur Unternehmenskultur passt?

Das alles sind Anzeichen dafür, dass man tiefer in die Befragung einsteigen sollte.

Wie verbessern Sie Ihre Fähigkeit zuzuhören?
Lassen Sie uns voneinander lernen und hinterlassen Sie Ihre Tipps als Kommentar. Vielen Dank!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!