Folge 244: Brillante Kotzbrocken in der Internen Revision

Nov. 27, 2022 | Interne Revision, Kompetenz, Konflikt, Kosten, Lohn, Podcast, Podcast Revision Puhani, Position, Revisionspartner, Verhalten

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In der Internen Revision trifft man manchmal auf „brilliant jerks“, frei übersetzt „brillante Kotzbrocken“. Das sind Kollegen, die im persönlichen Umgang unmöglich, unfreundlich oder sogar intrigant sind. Neben ihrer sozialen Ungeeignetheit, sind sie leider fachlich außergewöhnlich gut oder talentiert.

Diese brillanten Kotzbrocken sind nicht nur für ihre Kollegen eine Zumutung, sondern führen für das Unternehmen auch zu wirtschaftlichen Nachteilen, nämlich aufgrund der vielen kostenintensiven unkonstruktiven Konflikte, die diese brillanten Kotzbrocken verursachen.

Leider ist arbeitsrechtlich gegen solche High Performer wegen ihrer hervorragenden Leistungen nicht viel zu machen. Nichtsdestoweniger ist es wichtig, dass die jeweilige Chefin oder der Chef des brillanten Kotzbrockens möglichst früh

  • gegensteuert,
  • Grenzen setzt,
  • die Person auf ihr Fehlverhalten anspricht und dann darauf hinarbeitet, dass sich etwas ändert.

Diese klare Positionierung, welches Verhalten nicht geduldet wird, ist genau deshalb wichtig, weil andere Mitarbeitende das ganze Geschehen genau beobachten. Sie wollen sehen, wie mit so einer Person umgegangen wird. Wenn nämlich ein unmögliches Verhalten eines brillanten Kotzbrockens toleriert oder sogar noch belohnt wird, werden die Beobachter ihre Schlüsse ziehen.

Wenn solche brillante Kotzbrocken in der Internen Revision arbeiten sollten, ist dringendster Handlungsbedarf geboten. Solche Leute haben meiner Meinung nach nichts in der Internen Revision verloren. Wir brauchen dort keine Kollegen, deren Kernkompetenz es ist, Konflikte zu schüren und sich unmöglich zu verhalten. Negative Erfahrungen der Revisionspartner mit solchen brillanten Kotzbrocken wirken sich auf uns alle negativ aus. Unsere Arbeit ist herausfordernd genug. Die sollten wir uns durch solche Personen nicht noch unnötig verkomplizieren lassen.

Bitte greifen Sie in solchen Fällen ein. Herzlichen Dank!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#391: Auftragsklärung einer Jetpilotin und die Interne Revision

Im Buch „The Sky is no Limit“ von Nicola Winter bin ich über das Thema „Mission Command“ gestolpert. Nicola Winter, eine der ersten Jetpilotinnen Deutschlands, beschreibt das „Führen mit Auftrag“ ab Seite 186 wie folgt:
Die Führung gibt klar das Ziel der Mission, des Projektes oder des Auftrages vor und steckt den Rahmen für die Erfüllung ab:
– Was steht an Ressourcen, Zeit, Material und Personal zur Verfügung?
Innerhalb des vorgegebenen Rahmens ist das Team in der Auftragserfüllung völlig frei. Jeder legale Weg zum Ziel ist erlaubt und darf auch geändert werden, wenn sich neue Erkenntnisse oder Hürden ergeben – und zwar ohne Rücksprache. Solange der Auftrag erfüllt werden kann, darf das Team vor Ort autonom, unabhängig und frei agieren.

Die Auftragstaktik fördert
1. Flexibilität,
2. schnelle Reaktionen auf Veränderungen und
3. die Nutzung von Kreativität und Initiative auf allen Ebenen der Organisation.

Gut ausgebildete Menschen aller Fachrichtungen lieben es, in ihrer Arbeit und in ihrer Expertise möglichst frei agieren zu können und den ihrer Meinung nach besten Weg wählen zu dürfen.

Für Führungskräfte ist die Auftragstaktik fordernd:
– Es muss wirklich klar sein, was das Ziel ist.
– Das Team muss in der Umsetzung begleitet werden. Regelmäßige Check-ins, Updates, Hilfestellungen und Nachjustierungen sind nötig.
– Damit die Mitarbeitenden tatsächlich über die notwendigen Ressourcen verfügen können und genug Unterstützung bekommen, muss bewusst ein „Spielraum“ definiert und abgegrenzt werden, in dem die Entscheidungsfreiheit klar auf Seiten der Mitarbeitenden liegt. Die Letztverantwortung liegt jedoch bei der Führungskraft.
– Wo Kontrolle abgegeben wird, passieren Fehler. Deshalb ist eine Kultur des offenen Feedbacks und der kontinuierlichen Verbesserung nicht nur sinnvoll sondern alternativlos.

Um mit einem Auftrag effizient zu führen, bedarf es einer strukturierten Auftragserteilung.

Im Podcast übersetze ich das Ganze auf die Auftragsklärung in der Internen Revision.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#390: Prüfung und Beratung bei Northvolt – Prüfersprech vs. Deutsch

Wir Interne Revisorinnen und Revisoren sollen beides tun: prüfen und beraten. Dabei ist die Aufgabe, dieses und jenes zu prüfen, an sich ja kein Problem. Probleme entstehen meist bei dem Part Beratung. Bei Wirtschaftsprüfern ist das Ganze noch um eine Nummer krasser.

Kein Wunder, dass mich ein Zeitungsartikel mit folgendem Titel neugierig gemacht hat:

„Die eigenartige Doppelrolle des Gutachters
Der Fall Northvolt: In Schleswig-Holstein sollte eine riesige Batteriefabrik entstehen,
mit staatlicher Hilfe. Das Projekt scheitert, die Aufarbeitung läuft. Ein Gutachten wirft nun Fragen zur Rolle der Beratungsfirma PwC auf.“

In diesem Podcast beschäftige ich mit dem Artikel und den dortigen Aussagen zum Gutachten.

Wie jede andere Berufsgruppe, hat auch die Interne Revision ihre eigene Fachsprache. Diese scheint den Lesern der Gutachten nicht so geläufig gewesen zu sein. Daher übersetze ich in diesem Podcast die im Artikel genannten Prüfungsurteile in allgemein verständliche Beurteilungen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#389: Peinlich, peinlich peinlich und die Interne Revision

Unsere Revisionspartner haben jedes Recht, qualitativ minderwertige Arbeit von uns zu bemängeln.

Je peinlicher ein Gespräch mit dem Revisionspartner verläuft, umso mehr gilt es, die eigene Revisionskompetenz weiterzuentwickeln. Dazu gehört allerdings, dass Sie Ihr eigenes Agieren reflektieren und hinterfragen.

Wir sollten nicht zu schnell die Schuld auf den Revisionspartner schieben.
Es könnte durchaus sein, dass wir nicht geschickt genug vorgegangen sind.

Wenn Sie an Ihrer Revisionskompetenz arbeiten wollen, dann melden Sie sich bei mir oder schauen auf meiner Webpage vorbei. Vielleicht ist ja ein passendes Angebot für Sie dabei. Und falls nicht, lassen Sie mich gerne wissen, was Sie vermissen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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