Folge 003: Das Dilemma der Kommunikation nach Konrad Lorenz

Folge 003: Das Dilemma der Kommunikation nach Konrad Lorenz

Im Podcast 003 „Das Dilemma der Kommunikation nach Konrad Lorenz“ werden zunächst folgende bildliche Kommunikationsmodelle kurz vorgestellt:
  • Eisberg-Modell
  • Trichter-Modell nach Klaus Doppler
  • Das Bild der Inseln nach Vera F. Birkenbihl
Alle diese Modelle haben dasselbe Problem: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das, was man sagen möchte, beim Anderen auch genau so ankommt. Konrad Lorenz hat die möglichen Kommunikationsstörungen sehr anschaulich wie folgt zusammengefasst:
  • gedacht   ist nicht  gesagt
  • gesagt   ist nicht   gehört
  • gehört   ist nicht   verstanden
  • verstanden ist nicht gekonnt
  • gekonnt ist nicht gewollt / einverstanden
  • einverstanden ist nicht angewandt
  • angewandt ist nicht beibehalten

Der Podcast erläutert diese Kommunikationsstörungen im Revisionskontext und wirbt dafür,

  • grundsätzlich davon auszugehen, dass wir missverstanden werden,
  • sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, da wir nur die Wahrscheinlichkeit für eine gelungene Kommunikation erhöhen können und
  • dennoch alles daran zu setzen, die Wahrscheinlichkeit für eine gelungene Kommunikation zu erhöhen.
Folge 003: Das Dilemma der Kommunikation nach Konrad Lorenz

Folge 002: Interview mit Univ. Prof. Dr. Rudolf Wimmer

Ich freue mich ganz besonders, dass ich in diesem Podcast Univ. Prof. Dr. Rudolf Wimmer zum Thema „Der Auftrag eine Organisation zu stören“ interviewen konnte. Univ. Prof. Dr. Rudolf Wimmer ist – Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschaft der osb Wien Consulting GmbH – Gründer der österreichischen Gesellschaft für Gruppendynamik – Lehrberater und Lehrtrainer in der österreichischen Gesellschaft für Gruppendynamik – Vizepräsident der Universität Witten/Herdecke (bis Ende 2016) – Professor für Führung und Organisation am Wittener Institut für Familienunternehmen an der Uni Witten/Herdecke – Lehrstuhlinhaber für Führung und Organisation (bis 2004; danach außerplanmäßiger Professor) – einer der Gründer des Managementzentrums Witten – bis 2003 Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift Organisationsentwicklung (OE) Wir sind uns in den letzten 6 Jahren immer wieder mal begegnet und ich hatte das Glück bei ihm Weiterbildungen besuchen zu dürfen. Wir unterhalten uns darüber, – warum es so wichtig ist das eine Organisation eine Fähigkeit zur Selbsterneuerung entwickelt, – wie eine Organisation immer wieder ausreichende Selbsterneuerungsimpulse erhält, – dass eine Organisation sich grundsätzlich vor Veränderungsimpulsen schützt – dass das Top-Management Widerspruch in die Steuerung des Bestehenden einbauen sollte, – wie eine Organisation Innovationsmöglichkeiten schafft, – worauf zu achten ist, wenn man als Revision selbst in der Rolle desjenigen ist, der den Widerspruch verkörpert. Literaturempfehlungen: Gleichzeitig optimieren und neu erfinden? Zum produktiven Miteinander von Innovationslabs und etablierten Unternehmen Thomas Schumacher und Rudolf Wimmer https://www.osb-i.com/fileadmin/user_upload/Schumacher_Wimmer_Gleichzeitig_optimieren_und_neu_erfinden_OE_1_2018.pdf Familienunternehmen – Auslaufmodell oder Erfolgstyp?, 3. Auflage, 2018, Springer Verlag https://www.osb-i.com/de/osb-i-content/familienunternehmen-auslaufmodell-oder-erfolgstyp/ https://www.springer.com/de/book/9783834947222 Systemische Strategieentwicklung: Modelle und Instrumente für Berater und Entscheider (Systemisches Management) von Reinhart Nagel und Rudolf Wimmer https://www.amazon.de/Systemische-Strategieentwicklung-Modelle-Instrumente-Entscheider/dp/3608940537

Fluch und Segen der Dokumentation

Wie Sie wahrscheinlich auch, verfolge ich den Fall Wirecard. In diesem Zusammenhang habe ich den Artikel „Im Irrgarten von Aschheim“ aus der Süddeutschen Zeitung vom 17.07.2020 gelesen.
Dieser enthält folgende Passage:

„Die Dokumentation ist so chaotisch und lückenhaft, dass sie den Eindruck erweckt, als sei sie absichtlich so schlampig gehalten worden, um verdächtige Vorgänge möglichst lange verheimlichen zu können. So berichten es übereinstimmend mehrere Personen aus dem Kreise der Anwälte, Ermittler, Finanzberater und Prüfer, die seit Wochen versuchen oder versucht haben, Ordnung in das Chaos zu bringen. Was man bei Wirecard vorgefunden habe, sei „vogelwild“ gewesen, sagen Insider. Ein Daten-Desaster.“

In diesem Podcast teile ich mit Ihnen meine Gedanken dazu, aber auch konkrete Tipps, wie Sie reagieren können, wenn Ihnen vorgeworfen wird, Sie würden ja „bloß“ die Dokumentation bemängeln.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

https://puhani.com/index.php/2020/08/02/folge-121-fluch-und-segen-der-dokumentation/
Folge 262: Q&A Risikobewertung und Follow-up

#321: Fehlender Zutritt oder Zugang für die Interne Revision

Zugang | In diesem Podcast stelle ich einen ziemlich krassen Fall des fehlenden Zugangs zu Informationen vor. In diesem Fall hält Boeing die US-Unfallermittlungsbehörde NTSB hin und agiert meiner Meinung nach recht unkooperativ.

In der Presse heißt es:
„Die Untersuchungsbehörde versuche seit Wochen vergeblich, Unterlagen zu den Arbeiten an dem Rumpfteil zu bekommen, das Anfang Januar bei einem Flug herausriss.“
„Entweder es gibt sie, und wir haben sie nicht, oder sie existieren gar nicht“, betonte sie. In beiden Fällen drängten sich Fragen auf.

Von Boeing hieß es dazu lediglich, wenn die Arbeit „nicht dokumentiert worden wäre, gäbe es auch keine Unterlagen, die man teilen könnte“. Ein Sprecher ließ unter Verweis auf die laufende NTSB-Untersuchung die Frage unbeantwortet, ob Boeing nun Aufzeichnungen zu den Arbeitsschritten habe oder nicht.

Wie Sie als Revisor:In am geschicktesten mit so einer Sache umgehen, erfahren Sie in diesem Podcast.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Folge 262: Q&A Risikobewertung und Follow-up

#343: Hat die Interne Revision den Investitionsstau in Blick?

#343: Hat die Interne Revision den Investitionsstau in Blick?

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Fachkräftemangel | Dass die Carola-Brücke am 11. September 2024 mitten in Dresden eingestürzt ist, hat mir sehr zu denken gegeben. Denn ein anderer Einsturz hat meinen Mann und mich sehr bewegt: Am 02. Januar 2006 stürzte das Dach der Eissporthalle in Bad Reichenhall ein. Damals waren 15 Tote und 34 Verletzte zu beklagen.
Mein Mann ist in Bad Reichenhall geboren, dort zur Schule gegangen und war in diese Eissporthalle jahrelang zum Eislaufen gegangen. Vor dem Einsturz waren wir auch als junge Familie dort immer wieder einmal beim Eislaufen. Kein Wunder also, dass mir der Artikel „Einstürzende Altbauten“ von Gerhard Matzig aus der SZ vom 13.9.2024 auffiel.

Als ich 1989 im Leistungskurs Wirtschaft mein Abitur schrieb, drehte sich eine Frage um die Standortfaktoren Deutschlands. Damals war die richtige Antwort, dass u.a. insbesondere die bestehende Infrastruktur Deutschland zu einem der attraktivsten Standorte weltweit macht. Wenn diese Frage heutzutage in einer Prüfung zu beantworten wäre, müsste man den Aspekt der Infrastruktur wohl mittlerweile differenzierter behandeln. Denn inzwischen müsste man den Investitionsstau einbeziehen.

Gerät eine Organisation, ein Staat oder ein Unternehmen erst einmal in einen Investitionsstau hinein, wird es schwierig, dort wieder herauszukommen – wie alle Personen, die mit der Deutschen Bahn reisen, am eigenen Leib erleben, erleiden und sicherlich bestätigen können.
Daher ist es wichtig, dass wir Interne Revisorinnen und Interne Revisoren das Thema „Investitionsstau“ auf dem Schirm haben.

  • Achten Sie bei Ihren Prüfungen darauf, ob regelmäßig investiert wird?
  • Haben Sie Investitionen in den Erhalt oder die Erneuerung von Immobilien oder (IT-)Infrastruktur im Blick?
  • Prüfen Sie, wie Ihre Organisation einem Investitionsstau vorbeugt?
  • Prüfen Sie, wie Ihre Organisation den anstehenden Renteneintritten vorbeugt und dem Fachkräftemangel zu begegnen versucht?

Falls nicht, ist jetzt der optimale Zeitpunkt, dies in Ihrer Prüfungsplanung zu ergänzen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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Folge 262: Q&A Risikobewertung und Follow-up

Folge 289: Offene Flugzeugtür, Unternehmenskultur und die Interne Revision

Ereignis | In diesem Podcast stelle ich ein unerwartetes Ereignis vor, mit dessen Hilfe eine Interne Revision die Unterschiede zwischen gelebter und deklamierter Unternehmenskultur identifizieren kann. Ziel ist selbstverständlich, so einen Fall zu nutzen, um etwaige Abweichungen im Unternehmen anzusprechen und zum Thema zu machen.

Als Interne Revision kennen Sie Ihr Unternehmen.

Wenn in Ihrem Unternehmen so etwas Unerwartetes passiert wäre, welche Reaktionen hätten Sie erwartet?
Wie wird die Nachricht, dass etwas passiert ist, von wem aufgenommen?
Wie wird die Information verarbeitet?
Wird zunächst versucht, die Fakten zu klären, oder stehen schnell Behauptungen oder Beschuldigungen im Raum?
Wer gibt wem welche Anweisungen?
Wer spricht mit wem?
Wird zunächst intern nach dem, der oder den Schuldigen gesucht?
Wie positionieren sich die zuständigen Fachbereiche und Revisionspartner?
Wird die Interne Revision beauftragt, eine Sonderprüfung durchzuführen?
Falls ja: Soll sie herausfinden, woran es nun wirklich lag? Oder gar, wer versagt hat?
Schaut man nach Innen und sucht dort nach Verbesserungsmöglichkeiten?
Will man dabei wirklich etwas verbessern, oder wird dabei versucht, bloß die zukünftigen Haftungsfragen im Kleingedruckten der Verträge im Sinne des Unternehmens positiv zu gestalten?
Oder versucht man die Schuld nach Außen zu transferieren? Ganz nach dem Motto: Wir haben alles richtig gemacht. Das waren die Anderen!

Wenn Sie also als Interne Revision auf unerwartete Ereignisse stoßen, schauen Sie bitte nicht nur auf die Ursachen. Die sind auch wichtig – keine Frage.
Viel wichtiger ist allerdings, wie Ihr Unternehmen auf das unerwartete Ereignis reagiert.
Und vor allem ob, und wenn ja, was Ihr Unternehmen aus diesem unerwarteten Ereignis lernt.
Auch das könnten und sollten Sie zum Thema einer Prüfung machen.

Mich würde sehr interessieren, ob Sie das bereits tun, und wenn ja, wie Sie dabei vorgehen. Ich habe ein Konzept, das ich gerne in der Praxis ausprobieren möchte.

Sollten Sie also einen Fall (kein Fraud!) haben, bei dem Sie Unterstützung oder Beratung wünschen, dann freue ich mich, wenn Sie sich melden.

Außerdem würde ich mein Konzept gerne mit anderen Ansätzen und Vorgehensweisen abgleichen und freue mich auf einen kollegialen Austausch über Ihre Prüfungsansätze und -prozesse. Nicht über die Inhalte! Die interessieren mich nicht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören, viel Erfolg beim Ausprobieren und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Folge 262: Q&A Risikobewertung und Follow-up

#316: Die EKD und die Interne Revision

EKD | Dass sexueller Missbrauch nicht nur in der katholischen, sondern auch in der evangelischen Kirche ein Problem darstellt, wissen wir seit Anfang 2024.

In diesem Podcast stelle ich mir die Frage, ob man dies früher bemerken und hilfreich verändern hätte können, wenn es eine auf oberster Ebene rangierende Interne Revision gäbe bzw. gegeben hätte?

Selbstverständlich beschäftige ich mich dabei auch mit der Organisation an sich und der Frage, welche Selbstbilder, Selbstverständnisse, Strukturen und Berichtswege diese Misere ermöglichen konnten.

Hier einige Fragen und Prüfungsansätze, die Sie in Ihrer Organisation zum Einsatz bringen können:
• Steht das Selbstbild der Organisation dem Umgang mit bestimmten Themen im Weg?
• Welche strukturellen Risikofaktoren liegen in Ihrer Organisation vor?
• Wie sieht es darüberhinaus in Ihrer Organisation mit der Struktur aus? Erlaubt die Struktur insbesondere, dass Dinge thematisiert werden, die dem Selbstbild oder der Kultur der Organisation widersprechen?
• Sind in Ihrer Organisation Rollen, Zuständigkeiten und Kompetenzen so aufgestellt, dass die jeweiligen Rollen- oder Kompetenzträger auch in der Lage wären, Dinge zu thematisieren, die bisher außerhalb des Selbstbilds der Organisation liegen?
• Wie wird in Ihrer Organisation mit Whistleblowern, Beschuldigten und mutmaßlichen Opfern umgegangen?

  • Gibt es da Fälle in denen manche gleicher als gleich sind?
  • Wird Führungskräften mehr geglaubt als Mitarbeitenden?

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

Folge 262: Q&A Risikobewertung und Follow-up

#317: Zu hohes Sicherheitsgefühl und die Interne Revision

Einzelfall | Wie kann es sein, dass Routinesituationen gefährlich werden?

Stellen Sie sich vor, Ihr Revisionspartner zitiert eine Statistik und sagt:
„Sehen Sie, in der Vergangenheit ist ja so gut wie nichts passiert.“
„Die Einzelfälle, die Sie identifiziert haben, haben nichts miteinander zu tun!“
„Sie übertreiben mit Ihren Feststellungen! Das IKS ist ok!“

Die Folgefragen, die für die Interne Revision daraus resultieren, lauten:

  • Welche Rahmenbedingungen galten in dem Zeitraum auf den sich die Statistik bezieht?
  • Welche Anforderungen gab es für das IKS
  • Wie war damals das IKS ausgestaltet?
  • Gab es da auch einen Fachkräftemangel?
  • War die Infrastruktur adäquat?
  • War genug Geld für ein angemessenes IKS vorhanden?
  • Bestätigten interne und externe Prüfungen die Angemessenheit des IKS?
  • Wurden die Rahmenbedingungen, die dieser Statistik unterliegen, in jüngster Vergangenheit eingehalten?

Denn wenn sich Ihr Revisionspartner auf eine Statistik der hohen Sicherheit verlässt, dann muss er oder sie auch die Rahmenbedingungen dieser Statistiken einhalten und bestehende Standards einhalten.

Hält sich der Revisionspartner nicht an diese Standards (Zertifizierungen, Qualitätskontrollen, ausreichend erfahrenes Personal, …) kann eine Interne Revision aus verschiedenen, scheinbar nicht zusammenhängenden Einzelfällen einen Zusammenhang herstellen.

Wie, erfahren Sie in diesem Podcast.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

PS: Link zu weiteren Folgen:
https://puhani.com/index.php/2020/01/12/folge-091-boeing-und-die-737-max/
https://puhani.com/index.php/2023/10/29/folge-292-die-implosion-der-titan-wenn-der-ceo-nicht-will/
https://puhani.com/index.php/2024/03/17/boeing-und-die-interne-revision-teil-2/