Folge 215: Von Notfallplänen und Notfällen am Beispiel von Hurricane Katrina

Mai 8, 2022 | Angriff, Interne Revision, Lohn, Maßnahme, Podcast, Regel, Revisionspartner, Spiel auf Zeit

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Anlässe, den Notfallplan unseres Unternehmens zu hinterfragen, gab es in letzter Zeit ja genug: eine Pandemie, Lieferkettenengpässe, einen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, und viele sich hieraus ergebende Effekte. Es scheint nicht aufzuhören…
Meiner Erfahrung nach kommt es in der Realität sehr häufig anders als gedacht. Nichtsdestoweniger sollten sich Unternehmen auf Notfälle vorbereiten und entsprechend robuste Notfallpläne vorhalten, die sinnvolle Szenarien definieren.

In diesem Podcast nutze ich, damit es nicht rein theoretisch bleibt, beispielhaft die Ausführungen von General Stanley McChrystal zum Hurricane Katrina, aus seinem Buch „Risk – a user’s guide“ ab Seite 161.

Hier Auszüge aus meinem Fazit:
– Es genügt nicht, einfach nur Notfallpläne zu haben. Es kommt weniger auf Formalien als auf die Materialität an.
– Die Notfallpläne müssen gut durchdacht und in sich stimmig sein.
– Sie sollten verschiedenste Szenarien enthalten. Auch solche, über die man lieber nicht nachdenken möchte, wie z.B. kumulierte Szenarien.
– Explizite und implizite Annahmen der Notfallpläne und Zeitangaben, bis wann gewisse Entscheidungen zu treffen sind, müssen identifiziert und regelmäßig hinterfragt werden.
– Die Umsetzung der Pläne muss gut koordiniert erfolgen und daher auch geübt werden.
– Daher lohnt es sich, dem Revisionspartner „Was wäre, wenn“-Fragen zu stellen.
– Wir Revisoren sollten die Einleitung vorbeugender Maßnahmen konsequent einfordern – auch wenn mit viel Glück der Notfall später nicht eintreten sollte.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#391: Auftragsklärung einer Jetpilotin und die Interne Revision

Im Buch „The Sky is no Limit“ von Nicola Winter bin ich über das Thema „Mission Command“ gestolpert. Nicola Winter, eine der ersten Jetpilotinnen Deutschlands, beschreibt das „Führen mit Auftrag“ ab Seite 186 wie folgt:
Die Führung gibt klar das Ziel der Mission, des Projektes oder des Auftrages vor und steckt den Rahmen für die Erfüllung ab:
– Was steht an Ressourcen, Zeit, Material und Personal zur Verfügung?
Innerhalb des vorgegebenen Rahmens ist das Team in der Auftragserfüllung völlig frei. Jeder legale Weg zum Ziel ist erlaubt und darf auch geändert werden, wenn sich neue Erkenntnisse oder Hürden ergeben – und zwar ohne Rücksprache. Solange der Auftrag erfüllt werden kann, darf das Team vor Ort autonom, unabhängig und frei agieren.

Die Auftragstaktik fördert
1. Flexibilität,
2. schnelle Reaktionen auf Veränderungen und
3. die Nutzung von Kreativität und Initiative auf allen Ebenen der Organisation.

Gut ausgebildete Menschen aller Fachrichtungen lieben es, in ihrer Arbeit und in ihrer Expertise möglichst frei agieren zu können und den ihrer Meinung nach besten Weg wählen zu dürfen.

Für Führungskräfte ist die Auftragstaktik fordernd:
– Es muss wirklich klar sein, was das Ziel ist.
– Das Team muss in der Umsetzung begleitet werden. Regelmäßige Check-ins, Updates, Hilfestellungen und Nachjustierungen sind nötig.
– Damit die Mitarbeitenden tatsächlich über die notwendigen Ressourcen verfügen können und genug Unterstützung bekommen, muss bewusst ein „Spielraum“ definiert und abgegrenzt werden, in dem die Entscheidungsfreiheit klar auf Seiten der Mitarbeitenden liegt. Die Letztverantwortung liegt jedoch bei der Führungskraft.
– Wo Kontrolle abgegeben wird, passieren Fehler. Deshalb ist eine Kultur des offenen Feedbacks und der kontinuierlichen Verbesserung nicht nur sinnvoll sondern alternativlos.

Um mit einem Auftrag effizient zu führen, bedarf es einer strukturierten Auftragserteilung.

Im Podcast übersetze ich das Ganze auf die Auftragsklärung in der Internen Revision.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#390: Prüfung und Beratung bei Northvolt – Prüfersprech vs. Deutsch

Wir Interne Revisorinnen und Revisoren sollen beides tun: prüfen und beraten. Dabei ist die Aufgabe, dieses und jenes zu prüfen, an sich ja kein Problem. Probleme entstehen meist bei dem Part Beratung. Bei Wirtschaftsprüfern ist das Ganze noch um eine Nummer krasser.

Kein Wunder, dass mich ein Zeitungsartikel mit folgendem Titel neugierig gemacht hat:

„Die eigenartige Doppelrolle des Gutachters
Der Fall Northvolt: In Schleswig-Holstein sollte eine riesige Batteriefabrik entstehen,
mit staatlicher Hilfe. Das Projekt scheitert, die Aufarbeitung läuft. Ein Gutachten wirft nun Fragen zur Rolle der Beratungsfirma PwC auf.“

In diesem Podcast beschäftige ich mit dem Artikel und den dortigen Aussagen zum Gutachten.

Wie jede andere Berufsgruppe, hat auch die Interne Revision ihre eigene Fachsprache. Diese scheint den Lesern der Gutachten nicht so geläufig gewesen zu sein. Daher übersetze ich in diesem Podcast die im Artikel genannten Prüfungsurteile in allgemein verständliche Beurteilungen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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#389: Peinlich, peinlich peinlich und die Interne Revision

Unsere Revisionspartner haben jedes Recht, qualitativ minderwertige Arbeit von uns zu bemängeln.

Je peinlicher ein Gespräch mit dem Revisionspartner verläuft, umso mehr gilt es, die eigene Revisionskompetenz weiterzuentwickeln. Dazu gehört allerdings, dass Sie Ihr eigenes Agieren reflektieren und hinterfragen.

Wir sollten nicht zu schnell die Schuld auf den Revisionspartner schieben.
Es könnte durchaus sein, dass wir nicht geschickt genug vorgegangen sind.

Wenn Sie an Ihrer Revisionskompetenz arbeiten wollen, dann melden Sie sich bei mir oder schauen auf meiner Webpage vorbei. Vielleicht ist ja ein passendes Angebot für Sie dabei. Und falls nicht, lassen Sie mich gerne wissen, was Sie vermissen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören und erfolgreiche Prüfungsprozesse!

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